Rezension von Lesefreiheit

Bloggerin „Lesefreiheit“ bewertete mein Buch mit 5 Sternen.
Vielen Dank dafür.

Kurzbeschreibung:

»Du hast zehn Tage Zeit, die Welt zu retten, bevor ich sie zertrete mit allem Gewürm darauf. Zehn Tage und Nächte gebe ich Dir, Dir alleine, um die Welt zu retten. Nutze sie oder vergehe zusammen mit allen anderen Deiner Art.«

Alle Menschen auf der Erde erhalten zur gleichen Sekunde die gleiche Botschaft. Jeder Mensch wird zum alleinig auserkorenen göttlichen Werkzeug.

Und sie handeln so, wie Menschen stets handeln.
Nur Wenige werden den zehnten Tag erleben.
Aber wird es einen elften Tag geben?

Mein Exemplar habe ich bei einer Aktion des Autoren auf Facebook gewonnen. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank dafür!

Meine Meinung:
Diesen speziellen Weltuntergang werde ich wohl nicht so schnell wieder vergessen. Spätestens beim nächsten Teekochen werden meine Gedanken unweigerlich wandern. Denn so fängt alles an. Mit der Zubereitung von Tee.

Der Ich-Erzähler, nennen wir ihn Mr. Teebeutel, (seine Name taucht erst viel später auf und ich möchte der Geschichte nicht vorgreifen) ist gerade mit seinem Tee beschäftigt, da wird er von Gottes (Allah, Jahwe, Mami Wata, Manitou – erspare ich mir im Nachfolgendem) „Durchsage“ unterbrochen: „Du hast zehn Tage Zeit, die Welt zu retten, bevor ich sie zertrete mit allem Gewürm darauf. Zehn Tage und Nächte gebe ich Dir …“

Tja, da spricht mal eben Gott zu dir, nein zu allen Menschen auf der Erde. So ist es, denn die Apokalypse hat bereits begonnen. Nichts mit Tee kochen, Fernseher geht auch nicht mehr. Prima. Und was nun? Jeder scheint die Lösung zu haben und zu wissen, wer das „Böse“ ist – und das Böse muss vernichtet werden. Sonst kann die Welt doch nicht gerettet werden, oder? Das Chaos ist vorprogrammiert. Nur Mr. Teebeutel ist unschlüssig, was er von der ganzen Sache und von Gottes Botschaft halten soll. Warum flippen nur alle aus? Wenn die Welt eh untergeht – wer soll schon was dagegen ausrichten? – dann kann man auch erst mal in Ruhe überlegen.

So begleiten wir ihn und eine Handvoll weiterer Personen im Laufe der Handlung auf ihren schicksalhaften Wegen zur Rettung der eigenen oder anderer Personen oder der Welt. Einige Wege werden sich kreuzen oder verbinden, andere werden vorzeitig enden … Eine Odyssee bis zum Weltuntergang beginnt. Fast alle Figuren habe ich in mein Herz geschlossen, wie menschlich oder unmenschlich sie auch agierten, reagierten. Besonders Tomate hat mein Herz erweicht. Mr. Teebeutel rettet Tomate oder ist es umgekehrt? Nur den Pfahlmann habe ich verabscheut. Na ja, mindestens einen Bösewicht braucht doch jede Story 😉 Am liebsten hätte ich ihn gerüttelt, geschüttelt, nee ausradiert – oh je, meine niederen Instinkte kommen zum Vorschein. So konnte ich wenigstens manch kopflose, völlig verwirrte Tat einigermaßen nachvollziehen.

Bis zum Schluss habe ich mit Mr. Teebeutel, Tomate (lest selber), Becki, die blind ist, aber nicht auf den Kopf gefallen, Fred, dem eigenwilligen, vermeintlich irren Glatzkopf und den anderen gekämpft, gelacht, geweint, geliebt und versucht zu überleben. Habe versucht zu begreifen, was um Gottes Willen nur vorgeht, dem Tag X entgegengefiebert. Was passiert nur nach dem zehnten Tag? Geht die Welt wirklich unter?

Der Autor bringt den Horror der Apokalypse sehr gut rüber. Überall Zerstörung, Brände, unpassierbare Straßen, kein Strom, kein Wasser. Die Menschen drehen durch und morden, was sich ihnen in den Weg stellt. Mord im Namen „ihres“ Glaubens. Man könnte fast meinen, Gott hat das so vorausgesehen, genauso gewollt. Die Menschheit löscht sich selber aus.

Neben den hervorragend gezeichneten Charakteren mit ihren Schwächen, neu gewonnenen Stärken, widerstreitenden Gefühlen, Abgründen und Einzelschicksalen, gibt es Einblendungen von anderen Orten in Deutschland und der übrigen Welt. Diese Zwischenspiele lassen den Leser das volle Ausmaß des Weltuntergangs hautnah miterleben. So schafft der Autor ein rundes Bild. Auch wenn ich mir dabei fast die Nägel abgekaut hätte, weil ich doch unbedingt wissen wollte, wie es mit Mr. Teebeutel und Co. weitergeht.

Weltuntergang an sich ist ja eigentlich was Ernstes, es kommen auch genug grausame Dinge vor, keine Bange, aber der Autor hat als Gegengewicht immer mal wieder eine Prise Humor, manchmal auch Galgenhumor, eingestreut. Diese trockene Art und sein lockerer Schreibstil haben mich richtig gut unterhalten. Da wird z. B. Fred, der eine Glatze hat, von Becki liebevoll Locke genannt. Ich habe übrigens auch so einen Bekannten, den wir Locke nennen. Da musste ich natürlich sehr schmunzeln.

Fazit:

Bernhard Giersche hat mit seinem Roman eine einzigartige, unterhaltsame Mischung aus Dystopie, Action und Horror mit philosophischen Zwischentönen hingelegt. Schon während des Lesens ratterten meine Gedanken, aber am Schluss noch viel mehr. Denn das Ende lässt genügend Raum für eigene Interpretationen. Dieses Buch gehört für mich zu den wenigen, welches ich unbedingt noch mal lesen will und werde. Vielen Dank lieber Autor für’s Schreiben, auch für den Ohrwurm von R.E.M.

„It’s the End of the World as We Know It (and I Feel Fine)” *summ* 😉

Handlung: 4,9
Figuren: 5,0
Sprache: 4,9
Struktur: 4,8
Gesamteindruck: 5,0

Meine Bewertung: 4,9 von 5 Sternen

Weitere Informationen auf: Lesefreiheit – Bücherblog

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Rezension von Kriegerin

Kriegerin hat mich bei amazon mit 5-Sternen bewertet.
Vielen Dank dafür.

Der Inhalt:
»Du hast zehn Tage Zeit, die Welt zu retten, bevor ich sie zertrete mit allem Gewürm darauf. Zehn Tage und Nächte gebe ich Dir, Dir alleine, um die Welt zu retten. Nutze sie oder vergehe zusammen mit allen anderen Deiner Art.«

Alle Menschen auf der Erde erhalten zur gleichen Sekunde die gleiche Botschaft. Und jeder wird zum Retter der Welt. Augenblicklich brechen alle Gesellschaften auf dem Erdball zusammen, denn jeder Mensch wird zum alleinig auserkorenen göttlichen Werkzeug und jedes menschliche Individuum findet die Ursache von Gottes Zorn woanders.
Und sie handeln so, wie Menschen stets handeln.
Nur Wenige werden den zehnten Tag erleben.

Aber wird es einen elften Tag geben?

Das Cover:
Auf dem Cover, das größtenteils in Blau gehalten ist, sieht man lediglich das obere Viertel der Erdkugel und darauf stehend eine riesengroße Sanduhr in deren oberer Kammer sich kein Sand mehr befindet – GAME OVER würde ich mal sagen.

Zum Autor:
Geboren 1967 in Duisburg, handwerkliche Ausbildung, 12 Jahre Dienst bei der Bundeswehr, davon 6 Jahre Einsatz in Kriegs-,und Krisengebieten als Leiter der humanitären Hilfe in den Einsatzländern, 10 Jahre als Reiseleiter und Reisebusfahrer in Europa unterwegs Derzeit Umschulung/Aus-,und Weiterbildung staatl. gepr. Altenpfleger und Dozent für psychobiographisches Modell nach Prof. Erwin Böhm Familienstand: glücklich vergeben Kinder: 2 Töchter und 2 Söhne ( 8 – 21 Jahre alt )

Zum Buch:
Wir lernen mehrere Menschen kennen, wie sie nach dem Erhalt der göttlichen Botschaft handeln. Von einigen erfährt man sogar etwas über ihre Vergangenheit und ich muss bei allem Respekt sagen, dass mir Fred Linder und Brigitta einfach am liebsten waren. Der Irre und die Blinde – so rührend, wie sie sich beide umeinander kümmern.
Die Geschichte im Buch ist mal etwas ganz anderes und so wie die Geschichte vom Autor erzählt wurde, klingt das auch absolut plausibel und könnte durchaus genauso geschehen.

Meine Meinung:
Mit „Das letzte Sandkorn“ ist Bernhard Giersche ein apokalyptischer Endzeit-Thriller mit Tiefgang gelungen. Die Protagonisten sind sehr detailliert beschrieben, die Szenen wirken nicht überladen und der Autor hält sich nicht mit unwichtigen Nebensächlichkeiten auf. Kurzum: alles auf den Punkt gebracht ohne viel Schnickschnack und Blabla.

In der Geschichte werden aus ganz normalen Menschen wie Du und Ich von einer Sekunde auf die andere total irre, durchgeknallte Leute und Irre werden wie durch ein Wunder normal… – aber lest selbst!

Ein paar kleine Fehler sind zu bemängeln, so wird Adam auf S. 242 erst als Adam und kurz darauf als David benannt. Dies geschieht im Laufe des Buches noch an einer anderen Stelle. Auch sind einige Rechtschreibfehler zu bemängeln und sehr oft endet der Satz ohne Punkt und Komma mitten in der Zeile und geht erst nach einem Absatz wieder weiter. Das stört den Lesefluss etwas, aber das ist nichts, was sich nicht in der 2. Auflage beheben ließe.

Mein Fazit:
Wer ein Buch lesen möchte, dass einem förmlich an den Fingern klebt, dass einen auch nach dem Lesen noch beschäftigt und das viele Fragen (allgemeiner Natur, nicht zur Geschichte) aufwirft, ist mit „Das letzte Sandkorn“ bestens bedient. Auch für Nicht-Gläubige sehr zu empfehlen. Das Buch würde sich bestens für eine Buchdiskussion oder Leserunde eignen, da das Thema an sich sehr brisant ist und viel Handlungsspielraum zulässt.

Ich habe heuer schon sehr viele Bücher gelesen, es dürfte so um die 100 Stück gewesen sein, und dieses Buch landet defintiv unter den TOP 10.

Rezension von Legeia

Eine Lovelybooks-Rezensentin adelte mich „mit voller Punktezahl“.
Vielen Dank dafür.

Du hast zehn Tage Zeit, die Welt zu retten, bevor ich sie zertrete mit allem Gewürm darauf. Zehn Tage und Nächte gebe ich Dir, Dir alleine, um die Welt zu retten. Nutze sie oder vergehe zusammen mit allen anderen Deiner Art.«

Alle Menschen auf der Erde erhalten zur gleichen Sekunde die gleiche Botschaft. Und jeder wird zum Retter der Welt. Augenblicklich brechen alle Gesellschaften auf dem Erdball zusammen, denn jeder Mensch wird zum alleinig auserkorenen göttlichen Werkzeug und jedes menschliche Individuum findet die Ursache von Gottes Zorn woanders.
Und sie handeln so, wie Menschen stets handeln.
Nur Wenige werden den zehnten Tag erleben.

Aber wird es einen elften Tag geben?

Man stelle sich vor: Jeder Mensch auf der Welt erhält zum gleichen Zeitpunkt eine Nachricht von Gott. Zehn Tage Zeit, die Welt zu retten…
Man mag denken, dass man den Verstand verloren hat, wenn man plötzlich eine Stimme im Ohr hört, aber dies ist bittere Realität. Eine Realität, die in unserer Zeit vielleicht gar nicht so verkehrt wäre. Denn das könnte endlich einmal die Menschen, die gesamte Erde aufrütteln.
Ich empfand die Figuren, wie sie handelten und das ganze Szenario als äußerst glaubwürdig. Wie würde man selbst reagieren? Was würde man tun?
Man begegnet auf dem Weg zur Rettung der Welt den unterschiedlichsten Charakteren, mit denen man mit fiebert und die man teils lieb gewinnt.

Der Schreibstil was sehr fesselnd, auch an einigen Stellen gab es etwas zum Schmunzeln, was der Ernsthaftigkeit jedoch keinen Abbruch tat. Das ist immer schwer bei solch einem Thema: Diese Balance zu finden, dass man grübelt, trotzdem lächelt und die Spannung nicht aus den Augen verloren wird. Das ist dem Autor sehr gut gelungen.

Das Buch ist ein wenig von allem: Thriller mit Science Fiction-Elementen, dosierter Gewalt, Action und viel Spannung. Es gibt aber auch – zum Thema passend – ruhige und nachdenkliche Momente.

Mehr möchte ich gar nicht verraten, denn „Das letzte Sandkorn“ muss man lesen, um sich seine eigene Meinung zu bilden.

Eine tiefgründige Endzeit-Geschichte der etwas anderen Art.

Volle Punktzahl.

Rezension von „Zweitbuch“

Buchhandlung und Blogger „Zweitbuch“ hat mein Buch rezensiert.
Vielen Dank dafür.

Die Stimme Gottes spricht. Nicht zu einem Menschen, nein, zu allen Menschen aus sämtlichen Religionen. Auch Atheisten werden von der Nachricht dieses höheren Wesens nicht verschont:

„Du hast zehn Tage Zeit, die Welt zu retten, bevor ich sie zertrete mit allem Gewürm darauf. Zehn Tage und Nächte gebe ich Dir, Dir alleine, um die Welt zu retten. Nutze sie oder vergehe zusammen mit allen anderen Deiner Art.“

Und los geht´s mit der Weltenrettung. Leider nur nicht ganz so, wie unsereins es sich wohl wünschen mag, oh nein. Es herrscht Chaos und Zerstörung auf der Welt. Der kleine Angestellte bringt seinen Vorgesetzten um, denn eine Welt mit diesem elenden Antreiber ist keine gerettete Welt. Nachbarn meucheln einander, völlig Fremde fallen übereinander her, alles im Auftrag Gottes, den jeder auf seine eigene Weise interpretiert.
In diesem Chaos konzentriert sich Bernhard Giersche bald auf seine Hauptpersonen, einen namenlosen Icherzähler, die oberflächliche Evelyn, den aus der Psychiatrie entflohenen Fred, auf die blinde Brigitta und auf das Baby Tomate. Sie alle zieht es nach Norden, doch auch Laurenz Beck, von Gott dazu auserwählt, die Welt zu retten, kreuzt ihren Weg. Beck hat überlebt. Er ist stark. Er ist organisiert. Schnell schart er eine Meute ängstlich-devoter Jünger um sich, die ebenfalls nach Erlösung streben. Doch Becks Weg zur Erlösung sieht die Rettung der Menschheit eher als ein Ausmerzen allen Übels vor à la Und so dich dein Auge ärgert, reiß es aus und wirf’s von dir. Es ist dir besser, daß du einäugig zum Leben eingehest, denn daß du zwei Augen habest und wirst in das höllische Feuer geworfen. Und ihn ärgern viele, viele Menschen.
Das letzte Sandkorn ist so actionreich, dass auch der Filmfan auf seine Kosten kommt. Zugleich ist es verschachtelt und verfügt über ein komplex angelegtes Personal, mit dem man schnell mitfiebert, bangt und sich ängstigt. Gleichzeitig sprengt das Buch Genregrenzen und lässt sich nicht einordnen, es bietet immer wieder das, was die meisten Leser wollen: Überraschungen. Auch der Schluss passt hervorragend ins Gesamtbild und birgt noch einige unerwartete und nicht kalkulierbare Attacken auf die Spekulationen des Lesers.

Weitere Informationen auf: Zweitbuch – Buchhandlung & Blog

Rezension von „Literra“

Die Seite „Literra“ hat mich mit einer Rezension geadelt.
Vielen Dank dafür.

Rette die Welt in zehn Tagen – diese Prämisse wäre selbst für einen routinierten Weltenretter wie Bruce Willis schwer zu akzeptieren. Bernhard Gierschem, ein in Duisburg geborener Autor, wagt es und schreibt ein Buch, das sich allen Genres widersetzt und neben aller Action einen Blick auf den Menschen wirft, der hoffnungsvoll und zutiefst pessimistisch zugleich ist.

Aber gehen wir doch zum Anfang:
„Du hast zehn Tage Zeit, die Welt zu retten, bevor ich sie zertrete mit allem Gewürm darauf. Zehn Tage und Nächte gebe ich Dir, Dir alleine, um die Welt zu retten. Nutze sie oder vergehe zusammen mit allen anderen Deiner Art.“
Mit diesen Worten meldet sich Gott, von manchen lange für tot gehalten, von anderen fanatisch auf ihrem Banner verewigt, bei allen Menschen dieser Erde, sozusagen per Liveschaltung direkt ins Gehirn. Je nach Veranlagung reagieren die Menschen unterschiedlich auf den göttlichen Auftrag. Einige versuchen, besonnen zu reagieren, andere töten enthemmt jene, die ihnen im Wege stehen. Das kann die königliche Familie sein, der unmittelbare Vorgesetzte im Job, der Pastor oder der Nachbar sein. Die Welt brennt!

Vom Allgemeinen ins Besondere schwenkt der Blick im Letzten Sandkorn dann, um konsequent die Folgen des göttlichen Auftrags zu beleuchten. Der zunächst namenlose Icherzähler einiger Teile des Romans ist Versicherungsangestellter mit einem Gespür für Lügen und einem Auge für Details eröffnet den Reigen der Perspektiven. Aus seinem Leben erfährt der Leser die meisten Einzelheiten – geschieden und desillusioniert, versucht er, das Chaos zu begreifen und gleichzeitig, Schadensbegrenzung zu betreiben. Auf dem Weg nach Norden liest er das Baby Tomate auf, und nun, da er die Verantwortung für jemand anderen trägt, gibt es für ihn plötzlich einen Grund zum Überleben, nicht nur zum rein rationalen Verstehen.

Der Beginn des Romans gehört ganz dem namenlosen Erzähler und der Schilderung weltumspannender Schreckensszenarien – diesen ersten Teil hätte ich mir etwas kompakter gewünscht, denn es ist bereits nach einigen Seiten klar, dass nicht nur Christen, sondern auch die Gläubigen anderer Religionen die mysteriöse Stimme vernommen haben.

Die blinde Brigitta, der in der Psychiatrie einsitzende Fred und die eitel und oberflächlich erscheinende Evelyn kreuzen seinen Weg zum Weltuntergang. Auch Laurenz Beck, vor der tönenden Stimme Gottes Bankangestellter, nachher selbst ernannter Ausmerzer des Bösen, trifft auf die bunte Truppe. Zu diesem Zeitpunkt hat er bereits eine Schar Jünger um sich gesammelt und interpretiert den Auftrag auf seine eigene und gnadenlose Weise.

Wer sich nun an Stephen Kings episches letztes Gefecht erinnert fühlt, hat nur teilweise recht. Zwar gibt es hier, bedingt durch die Erzählweise mit den wechselnden Perspektiven, ebenfalls Charaktere, die es zu einem ganz bestimmten Ort zieht, und es gibt jemanden, den man als „Bösewicht“ bezeichnen könnte, aber dann endet der Vergleich auch schon. Das letzte Sandkorn hütet sich vor plakativem Kampf Gut gegen Böse. Der Dreh- und Angelpunkt aller Handlungsstränge ist immer das Einzelschicksal, auch wenn zu Beginn vollmundig die Rettung der Menschheit angemahnt wurde. Wie aus dem Psychiatriepatienten Fred Linder mit seinem skrupellosen inneren Fred ein Mensch wird, der seine Liebe findet und damit auch die Fähigkeit, den inneren, „bösen“ Fred endlich als einen Teil seiner selbst anzunehmen, ist sehr bewegend, zumal vonseiten Bernhard Giersches auf Sentimentalitäten verzichtet wird. Auch Laurenz Beck ist weit von einem Randall Flagg entfernt, der eine Hölle auf Erden errichten will. Jede einzelne Figur im Roman tut das, was sie für richtig hält, also Gutes aus den falschen Gründen und Böses aus verdreht richtig-falschen Gründen.

Ein Weltenretterszenario hätte sehr leicht in eine zu actionlastige oder zu emotionale Szenerie rutschen können. Das letzte Sandkorn vermeidet diese Falle, lässt sich aus diesem Grund auch nicht in ein Genre einordnen. Es hat Elemente eines Horrorromans, eines Science-Fiction-Romans und eines Endzeitthrillers, ist aber durch die Summe seiner Teile mehr als das. Auch der trockene Humor fügt sich gut in den gesamten Tonfall des Romans ein.
Das Ende des Buches schließlich … nun, es ist verschachtelt, so viel immerhin kann ich verraten. Es fügt sich gut ein, lässt aber doch Fragen offen. Aber vielleicht gibt es ja im Laufe des Jahres oder zu Beginn des nächsten Jahres eine Erklärung oder wenigstens einen Erklärungsansatz in einem weiteren Buch von Bernhard Giersche. Es wäre mehr als wünschenswert.

Weitere Infos auf: Literra – Die Welt der Literatur

Rezension von „Tintenfass“

5-Sterne vom amazon-Rezensent „Tintenfass“.
Vielen Dank dafür.

Eine Inhaltsangabe spare ich mir. Als ich das Buch zum ersten Mal gelesen habe, war ich völlig gefesselt und konnte mich nicht losreißen davon. Die Charaktere sind super gezeichnet und beginnen im Kopf des Lesers zu leben. Die Story ist natürlich abgefahren und alle Weltreligionen, die Großen und die Kleinen zeitgleich nutzlos zu machen, ist schon mutig. Der Schreibstil ist schwer zu beschreiben. Giersche zeichnet jede Figur in eigener Farbe und sogar sein Erzähler hat sein eigenes Kolorit. Sehr lebendig, sehr facettenreich. Das Ende der Geschichte war zu keinem Zeitpunkt vorhersehbar. Zwischendurch dachte ich, das man diese Geschichte nicht glaubwürdig zum Ende bringen kann. Giersche konnte.
Als ich einige Rezensionen gelesen hatte, griff ich noch einmal zu dem Buch und las es ein zweites Mal. Tatsächlich gibt es einige Fehler im Satz und sogar einen Namensfehler. Ist mir beim ersten Mal absolut nicht aufgefallen. Trotzdem schade. Logiklöcher, wie von Wassermann69 beschrieben oder Dilettantismus sucht man allerdings vergebens. Finden tut man auf jeden Fall sehr spannende und gute Unterhaltung mit vielen Ansätzen zum Nachdenken. Ich würde es wieder kaufen !!!

Keine weiteren Infos bekannt.

Rezension von „Ontero“

Erstlingsrezensent „Ontero“ adelte mich mit 5-Sternen (amazon).
Vielen Dank dafür.

So jetzt kommt mein erster Lesebericht. Ich möchte es nicht Rezension nennen, das überlasse ich qualifizierteren Personen oder die sich dafür halten.

Als ich noch vor Druckende von der Story des Buches „Das letzte Sandkorn“ von Bernhard Giersche gehört hatte, war ich total fasziniert und wollte es auf jeden Fall lesen. Eine Weltuntergangsgeschichte in der der die gesamte Bevölkerung gleichzeit von einem höheren Wesen darüber informiert wird und JEDER als alleiniger Retter bestimmt wird …. megagenialer Ansatz!

Natürlich machte ich mir vorher Gedanken über die Umsetzung und Entwicklung der Geschichte und sah auch eine Problematiken, die der Autor haben könnte. Erstmal vorneweg, der Autor hat mich nicht enttäuscht! Vorallem wenn man bedenkt das es sein Debütroman ist!

Ich werde versuchen inhaltlich so wenig wie möglich zu spoilern, weil ich das Lesevergnügen für Interessierte nicht schmälern möchte (wird schwer werden).

Verschieden Sichtweisen auf das Geschehen / Erzählen der Geschichte nach der „göttlichen Eingebung“ waren möglich und der Autor hat mehrere benutzt:

1) Die Sicht auf die ganze Welt – hatte ich erwartet – aber wenn man nur so geschrieben hätte wäre es eine sehr kurze Novelle geworden.

2) kurze Intermezzi – ich nenne sie für mich „Flashlights“ – auf für die gesamte Erzählung unbedeutende Personen oder Umstände, die einzelne Aspekte der Reaktionen auf die „Offenbarung“ beleuchten und deren Ende (habe teiweise herzhaft gelacht) Mit diesen hatte ich nicht gerechnet!

3) Das runterbrechen auf einzelne Personen, die sich im Laufe der Erzählung treffen und gegenseitig beeinflussen in den Wirrungen der katastrophalen Umstände.

Über die Positionierung der einzelnen Elemente und die Gewichtung kann man bestimmt streiten, aber Geschmack ist nun mal eine ganz persönliche Sache.

Die Hauptpersonen wurden so angelegt, das ich sofort wissen wollte wie es Ihnen weiter ergeht. Die Auswahl der unterschiedlichen Charaktere finde ich sehr gut gelungen, da es dem Autor die Möglichkeit gibt, unterschiedliche Formen des Erlebens des Chaos dem Leser näher zu bringen. Besonders ans Herz gewachsen ist mir Adam (08/15 Normalo), der eine sehr kopflastige Verarbeitungsweise der Erlebnisse hat und einen mir nicht fernen Humor hat. (wird als Einziger in „Ich-Form“ geschrieben). Auch die anderen Charaktere Fred (Irrer aus einer Anstalt, die blinde Brigitta und der Bänker Laurenz sind absolut fesselnd in Ihrer Entwicklung.

Die Geschichte ist spannend und flüssig erzählt, nur in dem Absatz wo Laurenz eingeführt wird, stolperte ich über die zu häufige Erwähnung seines Namens. Das Ende hätte ich so nicht erwartet und das sehe ich als positiv.

Zum Abschluß kann muss ich noch etwas anderes erwähnen. Ich habe schon oft bei Erstlingen aus kleinen Verlägen erlebt, das sich Fehler eingeschlichen haben. Fehler in Form von Rechtschreibfehlern, Kommasetzung etc.. So etwas gibt es auch bei großen Verlägen und in Film und Fernsehen. Das ist nicht schön für den Autor, den Leser und auch nicht für die Verantwortlichen im Verlag oder Lektorat, aber sie könne passieren und sind nicht relevant für die Aussage ob eine Geschichte gut oder schlecht ist.

P.S. Wer in diesem Text einen Fehler findet darf Ihn behalten 🙂

Keine weiteren Infos bekannt.