Interview mit „Meine Buchtipps“

Petra Sch. vom „Meine Buchtipps“-Blog bat mich am 11.7.2013 zum Interview.
Gerne präsentiere ich das Ergebnis.

1.       Seit wann schreibst du?

Ich schreibe im Grunde, seit ich Schreiben kann.  Meine Aufsätze in der Schule sind legendär, sozusagen. Ich habe mir als Jugendlicher dann regelrechte Schreibgefechte mit meinen Geschwistern geliefert. Wir gaben uns gegenseitig ein Stichwort und mussten dann jeweils eine Kurzgeschichte schreiben. Später habe ich dann immer wieder auch journalistisch gearbeitet, habe Glossen geschrieben oder redaktionelle Beiträge für unterschiedlichste Blätter verfasst. Mir wurde oft gesagt, ich solle doch mal ein Buch schreiben, für mich war das irgendwie eine utopische Idee. Zweimal habe ich angefangen, einen Roman zu schreiben aber nach spätestens 30 Seiten ging mir dann die Luft und auch die Lust aus. Hat eben alles seine Zeit.

2.       Wie bist du auf die Idee zur Geschichte gekommen?

Es ging im Grunde darum, eine Kurzgeschichte zum Thema »Weltuntergang« im Jahre 2012 zu schreiben, die in einer Anthologie zu diesem Thema bei Begedia erscheinen sollte. Irgendeinen Plot, der das zum Thema hatte. Vorgabe waren etwa 30 Seiten. Ich wurde gefragt, ob ich nicht Lust hätte, dazu was beizutragen. Ich sagte dann aber ab, weil ich keine Lust hatte, wieder einen Meteoriten, einen Vulkan oder eine Pestilenz, vielleicht sogar Außerirdische auf die Menschheit loszulassen. Alles gab es schon und ich wollte keinen leergelutschten Teebeutel nochmal aufkochen.  Einige Zeit nach der Absage kam mir dann der Einfall mit dem »Letzten Sandkorn«. War schon ein wenig wie eine Eingebung.

3.       Du hast mir in einer Email, mal ganz beiläufig mal geschrieben: „Früher traute ich mich nie zu schreiben. Das ist nun vorbei.“ Was hat sich geändert?

Ich sagte, glaube ich: » Früher hätte ich mich nie getraut, eine eigene Geschichte zu veröffentlichen.« Das ist leicht etwas anderes. Es ist eine Hürde, die jeder Schriftsteller nehmen muss. Jemand anderem die eigene Geschichte in die Hand geben. Das mag bei engen Freunden und Angehörigen noch einfach sein, aber es jemand ganz Fremden zu geben und sich dessen Urteil auszuliefern, das ist eine ganz bestimmte Phase, die man auch aushalten muss. Dazu gehört sicher Mut bei den meisten. Ich glaube nicht, dass man als Autor von dem immer so überzeugt ist, was man dann als Manuskript in Händen hält. Selbstzweifel gehören dazu und es wird immer auch Überwindung kosten, es dem Leser anzubieten.

4.       Wie hast du dich gefühlt, als du das Erste mal dein Buch in der Hand gehalten hast. Es gespürt, es gerochen, wirklich verstanden hast – es ist dein Werk. Jetzt geht es raus und ich kann nichts mehr ändern.

Schwer zu beschreiben. Das passiert etwas gestaffelt, glaube ich. Wenn Du den ersten Cover-Entwurf bekommst oder die berühmte ISBN-Nummer. Dann kommt der große Tag der Druckfreigabe. Und dann das Warten und später, eines Tages, klingelt es an der Tür und der Postmann bringt ein Paket mit den Autoren-,und Rezensionsexemplaren. Du öffnest es mit zitternder Hand, atemlos vor Spannung und dann  endlich kannst Du es anfassen und darin blättern. Alleine für diesen Moment lohnt sich die enorme Arbeit, die man als Buchschreiber hat.

5.       Leser schreiben oftmals Rezensionen. Rezensionen werden von anderen Lesern bewertet. Wie gehst du mit Kritik um?

Ich sehe das so: Rezensenten schreiben Rezensionen. Leser schreiben ihre Meinung zu dem Buch. Manchmal nur ein paar Worte. Das ist wichtig für uns Schreiber, denn so erfahren wir wirklich viel. Eine einzelne Meinung gibt da noch keinen Trend an, aber wenn sich Aussagen häufen, dann weiß man recht schnell, was man gut oder schlecht gemacht hat. Die Aufgabe von Rezensenten ist da vielleicht noch etwas weiter im Spektrum. Gute Rezensenten schauen etwas genauer hin und vielleicht interpretieren sie. Sie schreiben ausführlich und genau, betrachten den Plot auch unter anderen Gesichtspunkten als der »normale« Leser. Es gibt viele Leser, die erst auf die professionellen Rezensionen warten, bevor sie ein Buch kaufen. Deswegen hängt Erfolg oder Misserfolg ganz sicher auch von den Aussagen derer ab, die ein Buch auch »semi-beruflich« lesen und beurteilen. Fest steht, dass jede Rezension ernst zu nehmen ist. Kritik kann ich insofern sehr gut aushalten, wenn sie sich begründet, wenn eine gewisse fachliche Kompetenz seitens des Rezensenten erkennbar ist. Polemisches Verreißen ohne Begründung und ohne das man den Eindruck gewinnen könnte, der Kritiker habe das Buch auch wirklich selbst gelesen, ist etwas, was mich maßlos ärgert. Nicht nur, wenn mir das passiert. Denn so etwas ist unfair und würdigt die Arbeit des Autors auf sehr infame Weise herab.

6.       Wie beschreibst du deine Geschichte selbst?

Es ist eine sehr außergewöhnliche Situation in die die Menschheit da innerhalb von Sekunden gerät.  Mit nichts zu vergleichen. Das Buch ist ein Blick auf die Geschehnisse, wie sie sich daraufhin entwickeln. Vielleicht ist es auch ein klein wenig ein Spiegel, der dem Leser ins Gesicht gehalten wird. Es gibt reichlich Diskussionsstoff darin und ich habe mich bemüht, nicht zu bewerten oder gar zu belehren. So hat der Leser die Chance, sich auch selbst zu fragen, was wohl geschähe, wenn Gott auf einmal zu ihm spricht.  Als Neu-Autor hat man keinen Ruf zu verlieren, muss sich nicht an Dinge halten, für die man bekannt ist. Ich konnte ganz unbeschwert diese Nuss knacken und frei von der Leber weg die Menschheit vernichten. Ich glaube, diese Unbeschwertheit beim Schreiben merkt man dem Buch an.  Interessant finde ich, wie ungeheuer kontrovers teilweise die Interpretationen und Beurteilungen sind. Es gibt ganz unterschiedliche Meinungen und Schwerpunkte bei den Lesern. Und auch die Protagonisten haben irgendwie alle ihre eigenen Fans gewonnen. Auf keinen Fall ist das Buch Mainstream.

7.       Wie intensiv war deine Recherche und wie hast du dich für die Zitate entschieden?

Wann immer Technik ins Spiel kam, von der ich keine Ahnung hatte, war natürlich das Internet eine große Hilfe. Sei es der große Kranwagen, der eine Rolle spielt oder der Güterzug. Vieles im Buch konnte ich aus eigenem Wissensschatz beschreiben, doch die Bedienung einer Diesellok musste ich natürlich lernen. Da war mir übrigens Youtube eine große Hilfe. Ich habe bei den meisten Kapiteln ein Zitat als Überschrift gewählt, welches zu dem jeweiligen Unterplot passen sollte. Das war wirklich einfach soweit, es gibt da einschlägige Portale, die sich damit beschäftigen. Und wenn ich kein passendes fand, habe ich selbst eines erfunden und einen Phantasienamen als Autor angegeben. Mal gespannt, ob es jemand gibt, der herausfindet, bei welchen das der Fall war.

8.       Fred Linder und Laurenz Beck sind in der jeweiligen Art extrem. Ein forensischer Psychopath und „der Pfahlmann“. woher nimmst du dein Wissen über die forensische Psychologie?

Forensische Psychologie ist vielleicht der falsche Begriff. Forensische Psychiatrie befasst sich mit straffällig gewordenen psychisch Erkrankten und hat primär die Aufgabe, Dinge zu beurteilen und zu begutachten.  Traumatische Erlebnisse machen etwas mit Menschen. Denken wir an die Kriegsveteranen der Neuzeit, die teilweise wirkliche Persönlichkeitsveränderungen erfahren, durch das, was sie erlebt haben. Ich arbeite selbst in der psychiatrischen Abteilung einer Pflegeeinrichtung und bin beruflich damit befasst. Mich fasziniert das ungeheuer. Im psychiatrischen Bereich gibt es nichts, was es nicht gibt und die beiden, Laurenz und Fred, sind Typen, wie sie uns im Alltag andauernd begegnen. Wir erkennen sie nur oft nicht. Ich habe Linder exakt so beschrieben, wie sich ein Mensch mit seiner Persönlichkeitsstörung verhalten würde, sein »innerer« Fred ist keine Autorenphantasie, sondern genauso ist es bei Menschen mit seinem Krankheitsbild. Dabei habe ich noch darauf achten müssen, nicht zu untertreiben. In Wirklichkeit sind diese Menschen so unglaublich vulgär und dyssozial, dass sie als Protagonist eigentlich nicht taugen.

9.       Mir persönlich gefiel „der Pfahlmann“ am besten. So einen hinterhältig bösen Charakter habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Wie entstand „der Pfahlmann“?

Ich finde nicht, dass Laurenz Beck »böse« ist. Er wurde zu dem, was er ist, durch Gottes Ansage. Er durchlebte die kaum steigerbare Hölle und er hatte, wie jeder andere ja auch, einen göttlichen Auftrag. Gott erteilte ihm absolute Prokura für sein Handeln, seine Lösung für das Problem war maßgeblich von seinen Wahnvorstellungen inspiriert. Er war überzeugt das Richtige zu tun.  Als ich Becks Geschichte beschrieb, war ich teilweise selber entsetzt über das, was der tat. Aber ich schrieb eben nur auf, was er trieb…er hatte sich teilweise echt verselbstständigt.

10.   7 Milliarden Menschen leben auf dieser Erde; die bringst du mehr oder weniger in 30 Minuten um. Wie fühlt sich das an?

Die habe ich nicht umgebracht. Die haben sich gegenseitig umgebracht. Nein, im Ernst. Ich bin fest davon überzeugt, dass genau das eintreten würde, wenn das geschähe, was am Anfang des Buches geschieht. Die Macht des Schriftstellers ist es, alles tun zu können. Man kann sogar die Zeit verändern, die Geschichte modifizieren, fehlende Kettenglieder erschaffen. Menschen erschaffen, sie leiden und sterben lassen. Autoren haben das auch immer: Göttliche Prokura. Vieles von dem, was Adam so erzählt, sehe ich auch so. Letztlich war es schlicht notwendig, die Menschheit so gut wie auszurotten, sonst kann das Buch nicht funktionieren. Tut mir leid, Menschheit, ich musste es tun.

11.   Gott – ein Thema, mit dem sich Millionen Menschen täglich beschäftigen. Wie geht Bernhard Giersche mit Gott um?

Frag mich lieber, wie der mit mir umgeht. Um diese Frage zu beantworten, müsste ich ein weiteres Buch schreiben.  Ich glaube allerdings auch nicht an Zufälle. Und ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es Dinge gibt, die darauf schließen lassen, dass es durchaus mehr zwischen Himmel und Erde gibt, als wir uns auch nur entfernt vorstellen können. Ob das »Gott« ist, weiß ich nicht. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass ein »Gott« wirklich Grund hätte, den Stöpsel zu ziehen, wenn man sich anschaut, was im Namen von einzelnen Religionen für ein Elend über die Welt gekommen ist und immer noch kommt.

12.   In jedem Buch steckt ein wenig der Autor selbst. Welcher Charakter passt zu Bernhard Giersche?

Das kann ich leicht beantworten: Ganz klar Adam. Mit ihm fühle ich mich am wohlsten.  Wer mich kennt, sieht das auf den ersten Blick. Aber ich gebe Adam auch genug Raum, seine eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Wir ähneln uns schon sehr.

13.   Welche Schriftsteller-Macke hat Bernhard Giersche?

Jetzt wird es intim. Es gibt wohl eine Reihe von Absonderlichkeiten, die allen Schriftstellern eigen ist. Was ist meine ganz besondere? Vielleicht meine Beratungsresistenz in manchen Dingen. Ich will natürlich, dass meine Bücher gefallen, aber so wie sie sind. Und wenn ich einige Leser damit nicht erreiche, ist das mehr OK für mich, als mich zu verbiegen.

14.   Was wird dein nächstes Projekt?

Ich werde im Rahmen der mittlerweile doch sehr bekannten »Armageddon-Reihe« des Begedia-Verlages etwas abliefern. Und natürlich kann ich es nicht aushalten, nachzusehen, was aus den Überlebenden des »Letzten Sandkorn« geworden ist. Also schreibe ich derzeit an der Fortsetzung. Ideen habe ich für zwei weitere Bücher, eines, was in Richtung  Thriller geht und eines, was sich mit der Thematik »Netzwerk Menschheit« befasst. Aber eines nach dem anderen.

Vielen Dank für das Interview!
copyright: Bernhard Giersche, Petra Sch.

Infos zum Blog: Meine Buchtipps

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Rezension von „Meine Buchtipps“

Von „Meine Buchtipps“ gab es eine ehrenwerte, ehrliche 3-Stern-Rezension!
Vielen Dank dafür!

Eines hat mich Giersche auf jeden Fall: überrascht! Ich darf gut und gerne behaupten, dass mich ein Autor schon sehr lange nicht mehr so überrascht hat. Giersches Debütroman hat durchaus seine großen und kleinen Schwächen, aber im Großen und Ganzen ist die Geschichte gelungen. Das Genre ist definitiv im Horror-Sci-Fi-Bereich angesiedelt, denn entweder das Buch driftet nach guter alter Stephen King-Manier total in diese Ecke ab, oder aber man glaubt sich in einem Roland Emmerich-Film wiederzufinden; Will Smith starrt einen manchmal richtig durch das Buch an.

Einiges hat mir aber auch so gar nicht gefallen und waren die Kritikpunkte, warum das Buch keine 5 Sterne bekommen konnte: Giersche hat oft eine Sprache die recht derb wirkt bzw. ist und teilweise Wortkreationen, die kein Mensch versteht: friemelt (an der Türe herum; ich nehme einmal an es soll „fummeln“ bedeuten); Treppenstein (?), kreatürliche Begierde (?), Mordbrennerei (?), Husarenstück (statt Glanzleistung) und Babys quieken bei Giersche (wie Ferkel).

Weiters gefiel mir teilweise die ordinäre Sprache nicht: Pissen ist generell ein unschönes Wort, dies aber 3 Seiten quasi in ständiger Wiederholung zu lesen, fand ich grausam; ebenso „S******“ oder „Arsch“ hat in einem Buch nichts verloren. Egal ob Horror-Sci-Fi oder sonstige Genren. Einige Füllwörter und sinnlose Nebensätze hätten vom Lektor gestrichen werden müssen, sie sind unlogisch und lässt den Leser glauben, Giersche meint, sein Leser sei dumm. Das Wort „eigentlich“ sollte ersatzlos aus Giersches Wortschatz gestrichen werden; würde ich es suchen, würde ich es wahrscheinlich auf jeder Seite finden. Was mich zum Lektor und Korrektorat bringt. Manchmal sind wirklich böse Schnitzer drinnen; wenn einmal bei einem „einen“ das „en“ fehlt, so ist das verkraftbar; aber Satzzeichen, ganze eingefügte oder gestrichene Sätze, die sich dann doch wieder drinnen befinden, befand ich zu schnell abgehandelt und nicht korrekt. Gegen Schluss wird ein ganzer Protagonist umgetauft und man fragt sich verzweifelt wer ist „David“, bis man merkt dass „Adam“ gemeint war. Hier hat jemand ganz schön geschlampt!
Auch ein paar Sprichwörter wurden verändert, was den Leser etwas ratlos zurück lässt: Klump und Asche (Schutt und Asche); ich reiße dir deinen Arsch soweit auf, dass dieser verdammte Zug darauf wenden kann (richtig wäre: darin; denn der Arsch wird ja aufgerissen).

Zu guter Letzt die beiden Hauptprotagonisten: Fred Linder und Laurenz Beck sind meine zwei absolute Favoriten, wobei mir Linder viel zu handzahm wurde; Beck das personifizierte Böse hat mich so herrlich an Leland Gaunt (In einer kleinen Stadt/King) erinnert, das sowieso mein Lieblingsroman war. Laurenz Beck wäre mein Favorit für ein Buch nur über ihn; ein Thriller der Sonderklasse könnte hier entstehen. Der Pfahlmann war die spannendste Geschichte und viel zu kurz. Das war generell ein Problem fand ich. Auf 296 Seiten kann man leider nicht die ganze Welt explodieren lassen; auch wenn ganz am Anfang der Leser auf die Spur von London geführt wird, richtig viel „Welt“ bekommt der Leser nicht; kurz mal Australien, ein Tanker auf hoher See und so nebenbei Geschichten, wer wie oft wo reinfliegt. Diese nebenbei Geschichten haben mich sehr fraglich gestimmt, gerade am Anfang hetzt Giersche dort durch, anstatt sich an eine Story zu binden und zu erzählen; ehrlich gesagt, hätte ich anfangs fast entnervt aufgegeben, als ich weiterblätterte und feststellte, ah, die Story beginnt erst. Hier hätte Giersche gut und gerne 200 Seiten mehr schreiben müssen, um dem Leser auch einen Vorstellungsraum zu bieten. Gott spricht schließlich nicht jeden Tag zu jemanden.
Die Schreibweise von Giersche ist teils teils. Manchmal sehr gut und flüssig lesbar, manchmal zu derb und manchmal einfach eigenartig. Wortkreationen sind ja gut und schön, allerdings sollte sie jemand auch außerhalb des Wohngebietes verstehen; hier wurde anscheinend zuviel Dialekt vorausgesetzt. Warum „Adam“ in der Ich-Version, alle anderen aber in der „er, sie“-Version geschrieben wurden, blieb mir ein Rätsel.

Und bevor ich nun mein Fazit schreibe, noch 2 Anregungen: Der Fettdruck, Großbuchstaben und …-Sätze haben in Romanen nichts verloren. Gerade bei den Zitaten nervt es, wenn alles in Fettdruck geschrieben wird, allerdings keinerlei Erklärung wer das ist. Hier wiederum setzt Giersche zuviel heraus. Der Leser muss und kann nicht alles kennen, wer z.b. Maria Sassin, Igor Schabratzki und Acapulco Gold ist, blieb mir verborgen. Da es kein Dankeswort und auch kein Nachwort oder Erklärungen zu den Zitaten gibt, muss der Leser wohl selbst Google und Co bemühen.

Fazit: „Es würde viel weniger Böses auf Erden geben, wenn das Böse niemals im Namen des Guten getan werden könnte.“ Marie von Ebner-Eschenbach
Ich sage: „Es würde viel weniger Böses auf Erden geben, wenn das Böse niemals im Namen „Gottes“ getan werden würde.“
Giersches Roman war für mich eine (die) Überraschung (des Jahres). Von einigen Schwachstellen einmal abgesehen, ist der Roman spannend und gut erzählt. Die vielen King-ähnlichen-Stellen, verzeiht man, da Giersche immer wieder sein Eigenes daraus macht. Einige Punkte haben mich wirklich gestört, welche ich oben ausgeführt habe; gerade der so wichtige Anfang hinkte schwer dem Rest hinterher. Manche Wortkreationen, derben oder gar ständige Fäkalausdrücke hätte sich er Autor sparen können, auch das Wort „eigentlich“ kann man ersatzlos streichen. Die zeitweiligen Logiksprünge und Heldendarbietungen erinnern an manchen Will Smith-Film. An manchen Stellen hätte ich mir ein besseres Lektorat oder Korrektorat gewünscht. Die Protagonisten sind gut erzählt, allerdings sowohl Fred Linder als auch Laurenz Beck (vor allem er) hätten sich mehr Story verdient. 200 Seiten mehr, hätte die Geschichte vertragen, alles in allem ist sie jedoch für ein Debüt gelungen. Bernhard Giersche ist wohl ein Name, den man sich auf seinen zukünftigen Lesezettel schreiben sollte.
Viel Spaß!

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