Litis`fabelhafte Welt der Bücher verleiht 5 Sterne !!

Litis`fabelhafte Welt der Bücher hat „Das letzte Sandkorn“ bewertet, nachdem die Bloggerin lebhaft an der Leserunde teilgenommen hatte. Herzlichen Dank dafür:

 

»Du hast zehn Tage Zeit, die Welt zu retten, bevor ich sie zertrete mit allem Gewürm darauf. Zehn Tage und Nächte gebe ich Dir, Dir alleine, um die Welt zu retten. Nutze sie oder vergehe zusammen mit allen anderen Deiner Art.«
Alle Menschen auf der Erde erhalten zur gleichen Sekunde die gleiche Botschaft. Und jeder wird zum Retter der Welt. Augenblicklich brechen alle Gesellschaften auf dem Erdball zusammen, denn jeder Mensch wird zum alleinig auserkorenen göttlichen Werkzeug und jedes menschliche Individuum findet die Ursache von Gottes Zorn woanders.
Und sie handeln so, wie Menschen stets handeln.
Nur Wenige werden den zehnten Tag erleben.
Aber wird es einen elften Tag geben?
Zunächst einmal vielen lieben Dank an Bernhard, dass ich bei der Leserunde dabei sein durfte. Die regen Diskussionen haben viel Spaß gemacht. 
Rezension:
 
Was würdest du tun, wenn Gott dir den Auftrag gibt, innerhalb von 10 Tagen die Welt zu retten? Und dir ankündigt, wenn du es nicht schaffst, dich und all die anderen Bewohner der Erde auszulöschen?
Genau dieses Ultimatum erhalten die Menschen in diesem Buch. Ein jeder reagiert anders, viele aber ähnlich. Aber welcher Weg ist der Richtige?
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Das Cover zeigt eine riesige Sanduhr auf der Weltkugel. Man erkennt, dass die letzten Sandkörnchen bereits durchgefallen sind. Ein aussagekräftigeres Cover hätte man nicht wählen können.
Man begleitet in dem Buch mehrere Protagonisten auf der Reise durch das Chaos, das Gott/Jahwe/Buddha/Manitu/o.ä. mit seinem Auftrag angerichtet hat. Jeder Mensch auf der Erde bekommt diesen Auftrag und ein jeder deutet ihn anders.
Der Leser begleitet Adam, den einzigen Ich-Erzähler mit dem Baby Tomate – Fred, der Narzisstisch-Schizophrene mit der blinden Brigitta – Laurenz Beck, den Versicherungsangestellten – Evelyn, die ihr Gedächtnis verliert – und Gregor und Agnes, das greise Lehrer-Pärchen. Immer wieder wechseln die Geschehnisse von einer Person zur anderen, wobei Herr Giersche nicht mit festgefahrenen Kapiteln arbeitet. Irgendwann verbinden sich die einzelnen Erzählstränge miteinander, was für mich ein sehr spannendes Element ist. Adam z.B. lernt man gleich zu Anfang kennen, wobei Gregor und Agnes erst zum Schluss auftreten.
Die Protagonisten besitzen, ein jeder für sich, ihren eigenen Charakter und Wesenszug. Alle sind liebevoll gestaltet.
Die Erzählweise ist anspruchsvoll und das Gelesene plätschert nicht dahin, sondern man muss sich als Leser durchaus Gedanken über den Inhalt machen. Das stellte für mich eine gelungene Abwechslung zum sonstigen Lesealltag dar.
Wer in diesem Buch actiongeladene Szenen erwartet, der ist hier allerdings an der falschen Adresse. Ab und an gibt es die ein oder andere nervenaufreibendere Sequenz, aber grundsätzlich lebt das Buch von den detailierten, nahezu ruhigen Erzählmomenten. Auch der Humor kommt trotz des Themas nicht zu kurz – er schleicht sich von hinten an und überrumpelt einen des öfteren unerwartet. 
Das Ende ist in der Art und Weise nicht vorhersehbar für mich gewesen und hat mich sehr nachdenklich zurück gelassen. So wird auch das Buch noch lange in meinem Gedächtnis nachhallen.

Hier der Link zum Original:

http://litis-fabelhafte-welt-der-buecher.blogspot.de/2013/11/rezension-bernhard-giersche-das-letzte.html

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Aber auch harsche Kritik fehlt nicht….

„Voltaire“, Mitglied bei der Buch-Community  „Büchereulen“, war ganz und gar nicht angetan. Und sagt das auch sehr deutlich. Trotzdem danke für die offenen Worte.

 

 

„Du hast zehn Tage Zeit, die Welt zu retten, bevor ich sie zertrete mit allem Gewürm darauf. Zehn Tage und Nächte gebe ich Dir, Dir alleine, um die Welt zu retten. Nutze sie oder vergehe zusammen mit allen anderen Deiner Art.“

Diese Botschaft erhalten alle Menschen auf der Erde zur gleichen Zeit. Von wem diese Botschaft kommt ist nicht unbedingt klar. Gott, Allah, Jahwe, Manitou, Mami Wata? Vielleicht hätte der Autor gut daran getan, noch ein paar mehr Gottheiten aufzuführen, damit sich dann auch niemand benachteiligt fühlt.

Und was machen die Menschen nun? Wie gehen sie mit dieser Botschaft um? Sie fallen – wie kann es in solchen Geschichten auch anders sein – übereinander her, massakrieren sich gegenseitig, jeder macht jeden für alles Leid auf dieser Welt verantwortlich. Ein furioses Gemetzel beginnt und so manchen Leser fallen spätestens zu diesem Zeitpunkt das erste Mal die Augen zu. Alles wirkt bekannt und wie schon oft gelesen. Ein Dystopie der eher schwächeren Art.

Im Klappentext ist zu lesen:
„Nur Wenige werden den zehnten Tag erleben. Aber wird es einen elften Tag geben?“ Da wird ein kryptischer Popanz aufgebaut, der dann im Laufe der erzählten Geschichte ganz unspektakulär in sich zusammenfällt.

Der Autor bedient fast sämtliche Vorurteile wenn es um das Handeln von Menschen in einer Extremsituation geht. Gemischt wird das Ganze mit einer ordentlichen Portion pseudowissenschaftlichen Krimskrams und küchenphilosophischen Erklärungen. Und so geht das Buch nur in die Breite, nicht aber in die Tiefe. Es ist ein Vermengen und Vermischen von Psychologie, Philosophie und theologischen Ansätzen – ein Vermengen und Vermischen von Halbwissen und Nichtwissen. Wenigstens macht das Buch auf mich diesen Eindruck.

Eine interessante Idee wurde durch die Ausführung ziemlich gnadenlos in die Tonne getreten. Vieles wird nur angedacht – dabei hätte ein „Zuendedenken von Gedanken“ der Geschichte wirklich dienlich und förderlich sein können und so mancher logischer Bruch hätte sicher auch vermieden werden können.

Leider ist in dieser Geschichte auch sehr vieles vorhersehbar. Auch der Schluss ist dann alles andere als überraschend. Lieber ein offenes Ende als ein solches Ende; wobei der Epilog des Buches dann doch ein wenig den Rettungsring gibt und die Geschichte nicht total gegen die Wand fahren lässt. Da entschuldigt man als Leser dann auch die eine oder andere Stammtischweisheit. Irgendwie ist man dann aber auch froh das Ende des Buches erreicht zu haben.

Was ist zum Schreibstil des Autors zu sagen. Sieht man von der Handlung der Geschichte ab, so ist am Stil nicht viel zu kritisieren. Flüssig und durchaus angenehm zu lesen. Die Seiten des Buches lesen sich schnell weg. An manchen Stellen wirkt die Lockerheit ein wenig aufgesetzt und verkrampft, aber nicht so dass es störend ist.

Fazit: Dieses Buch war für mich eine Enttäuschung. Ein gute Idee, aus die der Autor viel, viel mehr hätte machen müssen. Vorhersehbare Handlung, handelnden Personen wie aus dem Klischeekatalog, Authenzität wurde irgendwelchen überflüssigen Gewaltexzessen geopfert.

Und eine Diesellok fährt man auch nicht mal ebenso, und das „Hotel Vier Jahreszeiten“ in Hamburg liegt am „Neuen Jungfernstieg“ und nicht am „Jungfernstieg“. Ein Buch, bei dem eben auch diese Kleinigkeiten dann ziemlich nerven und für die man als Leser dann auch kaum irgendwelches Verständnis aufbringt.

Gute Science Fiction, gute dystopische Romane sehen anders aus.
3 Eulenpunkte dafür, dass der Autor wohl guten Willens war. Eine Leseempfehlung von mir gibt es allerdings nicht.

Hier geht es zum Original: Büchereulen

Auch Review-Corner hat rezensiert…8 von 10 Sternen

Der bekannte Internet-Rezensions-Blog „Review Corner“ hat das Sandkorn geprüft und für gut befunden. Danke sehr dafür !!

 

“Das letzte Sandkorn” von Bernhard Giersche ist eines dieser Bücher, die man auf diversen Plattformen in höchsten Tönen lobt.

Das ist prinzipiell ja gut, auf der anderen Seite aber auch mitunter schon schwer verdächtig und fordert enttäuschte Erwartungen geradezu heraus. Dank einer Leserunde auf Lovelybooks bestand nun also die Chance, sich selbst von den Qualitäten des Romans zu überzeugen.

Ruhigen Gewissens kann ich aber gleich von Anfang an Entwarnung geben: zwar gehe ich nicht mit den vielen Meinungen konform, die “Das letzte Sandkorn” mitunter als das beste Buch des Jahres titulieren, ich kann aber auf der anderen Seite auch nicht sagen, dass es eine maßlose Enttäuschung gewesen wäre, eher im Gegenteil: das Buch hat sich, besonders hinsichtlich meiner eher vorsichtigen Herangehensweise, als erstaunlich gut erwiesen. Giersche gelingt es vom Start weg, den Leser mit einem konstanten Spannungsbogen einzufangen, der ihn auch bis zum Ende der Geschichte nicht mehr los lässt. Kleinere Einbrüche fand haben sich für mich dabei lediglich in den Kapiteln mi der Figur Evelyn eingestellt, welche für mich mitunter etwas wie “Füllmaterial” wirkten, auch wenn der Charakter am Ende schon eine nicht unwichtige Rolle eingenommen hat. Er verzichtet dabei auf großes Geplänkel und lässt die Apokalypse, beziehungsweise das, was die Menschen aus dieser göttlichen Ansage machen, direkt los. Dabei entsteht eine sehr gute und dichte Atmosphäre, die sehr niederschmetternd erscheint, dabei aber nicht darauf verzichtet, mit einer ganz bestimmten Figur auch immer wieder so etwas wie Hoffnung auszustrahlen. Wer den Film “Children of Men” kennt, wird sicherlich nach dem Lesen des Buches mit mir konform gehen. “Das letzte Sandkorn” verfolgt dabei diverse Handlungsstränge, die sich zwar auf den ersten Blick offensichtlich alle in komplett unterschiedliche Richtungen bewegen, dabei aber im Finale zusammenlaufen und unter dem Strich ein rundes Gesamtbild ergeben. Interessant auch der Wechsel zwischen der Ich-Perspektive der Figur Adam (welche ich aber dennoch nicht als den Hauptcharakter ansehen würde) und der dritten Person, in welcher die anderen Fäden verfolgt werden. Besonders das Ende des Romans ist dabei im Speziellen erwähnenswert: es fällt in die Kategorie “Packend” und wird den Leser vermutlich auch noch einige Zeit über das Beenden der Lektüre hinaus beschäftigen. Es wirft Fragen auf, zwingt den Leser, sich mit der Situation und der Geschichte auseinander zu setzen. In diesem Punkt hat Giersche also definitiv einen Volltreffer gelandet.

Die Charaktere sind, wie aus dem bisherigen Text wohl ersichtlich werden dürfte, ohnehin das, was “Das letzte Sandkorn” ausmachen. Bernhard Giersche hat hier unterschiedlichste Figuren mit völlig unterschiedlichen Hintergründen geschaffen, die durch die Bank authentisch wirken und dabei in ihren Handlungsweisen, zumindest soweit es einem Leser, der wohl nie in eine solche Situation kommen wird, dabei immer glaubwürdig und nachvollziehbar. Sie alle haben ganz unterschiedliche Motivationen, ganz unterschiedliche Hintergründe und sind dabei erfreulich klischeefrei. Wie oben schon erwähnt bildet hier einzig Evelyn eine Ausnahme, mit der ich bis zum Schluss nicht warm geworden bin, auch wenn sie am Ende eben einen gewissen Anteil an der Nachdenklichkeit trägt, mit der der Autor den Leser zurück lässt. Ich denke jedoch, dass er das auch anders, wie zum Beispiel etwas ausführlicher mit Agnes hätte lösen können, ohne dabei die Spannungseinbrüche in der Geschichte hinnehmen zu müssen. Alle anderen werden jedoch sehr schön in ein Wechselspiel aus unterschiedlichsten Emotionen eingebunden.

Stilistisch kann man nichts gegen Giersche sagen. Er hat eine sehr bildliche Art, seine Apokalypsenvision zu beschreiben, die dem Leser das Geschehen sehr grafisch in die Synapsen brennt. Er schreibt anspruchsvoll, jedoch nicht hochgestochen oder ausschweifend, bleibt dabei jedoch zu jeder Zeit gut zugänglich. Eigentlich also ein gesunder Lesefluss…

… wären da nicht die Korrektoratsfehler, die sich in der Erstauflage des Romans noch recht häufig finden. Das geht über fehlende Buchstaben, kleine grammatikalische Fehler oder falsch platzierte Absätze. Während die ersten Punkte noch relativ problemlos zu überlesen waren, kam ich während der Lektüre speziell bei letzterem doch öfters mal ins stocken, was natürlich schon ärgerlich ist. Da die Kommunikation in der Leserunde jedoch sehr offen und von der Leber weg erfolgte und auch Autor Bernhard Giersche hier sehr aktiv und sympathisch dabei war und glaubhaft versichern konnte, dass diese Fehler in der zweiten Auflage behoben worden sind, möchte ich diesen Punkt hier nicht überbewerten, sondern dem interessierten Leser, welcher sich an so etwas jedoch stört, nahelegen, auf die zweite Auflage zu warten.

Fazit:

“Das letzte Sandkorn” ist für mich eindeutig nicht das beste Buch des Jahres, hierfür finden sich in der Erstauflage noch zu viele Lektoratsfehler und kleinere Spannungseinbrüche. Der Roman ist jedoch davon ab eine runde und gelungene Sache mit toll ausgearbeiteten und glaubwürdigen Charakteren. Zumeist spannend, atmosphärisch dicht und vor allem mit einem Ende, welches vermutlich von jedem Leser etwas anders interpretiert wird und dafür sorgen dürfte, dass man sich auch nachdem man das Buch zur Seite gelegt hat noch mit “Das letzte Sandkorn” beschäftigt.

 

Und hier geht es zum Original: Review-Corner.de

Gänsehautrezension

Ich bedanke mich sehr für die sehr inhaltsreiche und fundierte Rezension von Progue, der auch an meiner Leserunde bei LovelyBooks teilnimmt und auch dort mit seinen kritischen Fragen und Anmerkungen sehr fruchtbar mitwirkt.  Dort und auch bei Amazon, gab es 4 Sterne.

Und wüsste ich, dass morgen die Welt untergeht…….

… würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen. Seit ich das erste Mal über eine Rezension zu diesem Buch gestolpert bin, geht mir dieser Satz nicht mehr aus dem Kopf.

Genau das hätten vielleicht die Menschen tun sollen, als ihnen plötzlich eine Stimme in ihrem Kopf mitteilt, dass in 10 Tagen Feierabend mit der Welt ist. Aus. Ende. Finito. Gott/Allah/Manitou/diverse Entitäten ist/sind auf Sendung und er teilt jedem Menschen auf der ganzen Welt in seinem eigenen Geist mit, dass er auserkoren ist, die Welt zu retten, und nur er allein. Jetzt stehen also für eine Minute sieben oder acht Milliarden Leute auf der Welt dümmlich in der Gegend herum und hören sich das Wort zum Sonntag an, dieses Mal von der höchsten Instanz persönlich. Und was machen also diese ganzen Leute, nachdem sie vom Gottestrip wieder runter sind? Setzen sie sich hin und überlegen, wo sie ein Apfelbäumchen herbekommen, das sie pflanzen können? Natürlich nicht. Sie haben nichts Besseres zu tun als loszuziehen und die Welt abzufackeln. Die einen mit einem Feuerzeug in der Hand, die anderen spielen den 11. September nach. Die Folgen sind verheerend. Die Großstädte werden zerstört, jeder geht auf jeden los und nach den ersten paar Stunden gibt es nicht mehr allzu viele Leute auf der Welt, ganz sicher jedenfalls nicht mehr allzu viele Leute, die noch alle Tassen im Schrank haben.

Einer von ihnen ist Adam, der so nett ist, als Ich-Erzähler zu fungieren, jedenfalls die meiste Zeit über. Adam ist ein Versicherungsheini mit einer relativ bewegten Vergangenheit, ein rundherum nüchterner Typ. Er hat keineswegs die Absicht, die Welt zu retten, indem er die Menschheit im Alleingang ausrottet. Viel eher tut er das, was ich noch besser finde als ein Apfelbäumchen zu pflanzen: Er versucht, sich in Sicherheit zu bringen. Auf seiner Flucht vor mordenden Heckenschützen und einer in Flammen aufgehenden Heimat findet er ein Baby, ein kleines Mädchen, dessen Mutter tot ist und die Adam aufgrund ihres vom Schreien roten Gesichtchens Tomate nennt. Adam nimmt Tomate in seine Obhut und tut alles, um sie und sich selbst am Leben zu erhalten.

In diesem Chaos überleben auch Leute, deren Tassen im Gehirn einen gewaltigen Sprung bekommen haben. Einer von ihnen ist Laurenz, ein Banker, der leider zu lange der Hitze ausgesetzt war. Er fühlt sich als Messias, scharrt ein paar Verlorene um sich und beginnt mit ihnen zusammen die Jagd auf noch andere Flüchtlinge, die sie an Pfähle binden und verbrennen. Er wird nicht nur zu einer tödlichen Gefahr für Adam und Tomate, sondern auch andere Überlebende, die wir kennenlernendürfen, zum Beispiel dem semipsychopathischen Fred und der blinden (Hey! Ich bin nicht blind, ich kann nur nicht sehen, du Ignorant! – Ups? Entschuldige!) Becki, die Senioren Gregor und Agnes und Eva 2.0, die einen leichten Dachschaden hat, seit die Sache angefangen hat, aber harmlos ist und niemandem etwas antun möchte.

Anstatt sich also darauf zu konzentrieren, irgendwo ein Apfelbäumchen zu finden und die restliche Zeit so stressfrei wie möglich zu erleben, sind alle damit beschäftigt zu töten (Laurenz und Konsorten) oder zu überleben (Adam und Co.). Und was genau passiert denn eigentlich am 10. Tag?

Ich werde euch das nicht verraten, denn dieses Buch ist es wert, gelesen zu werden. Es hat – meiner Meinung nach – gerade am Anfang ein paar Schwächen (und das Lektorat, na ja ^^), doch wenn man darüber hinwegsieht, wird man mit einem bewegenden Buch belohnt. Giersche kümmert sich nicht um stur vorgebetete (Wortwitz, komm raus, sonst knallt’s!) Dogmen, wie man ein Buch zu schreiben hat, er tut es einfach. Er wechselt die Perspektiven der Protagonisten und gelegentlich sogar zwischen Ich- und Er-Erzähler hin und her, und das funktioniert. Funktioniert deshalb, weil er es drauf hat, Menschen zu entwickeln, die man zu kennen glaubt, die nahe und authentisch sind, selbst die durchgeknallten Zündler von Laurenz. Seine Geschichte berührt und bewegt und schafft es, dass man sich auch nach dem Weglegen des Buches Gedanken macht: Wie würde ich reagieren? Was könnte passieren? Und die alles entscheidende Frage:

Wo treibe ich sicherheitshalber auf die Schnelle ein Apfelbäumchen auf? 😉

Hier geht es zum Original: Amazon Rezension

Rezension von Schwesternrezension

Eine „etwas andere“ Rezension.
Vielen Dank dafür.

Als Gott sich mit seinem Auftrag innerhalb von 10 Tagen die Welt zu retten an jeden einzelnen Menschen wendet, bricht das Chaos aus.

„Du hast zehn Tage Zeit, die Welt zu retten, bevor ich sie zertrete mit allem Gewürm darauf. Zehn Tage und Nächte gebe ich Dir, Dir alleine, um die Welt zu retten. Nutze sie oder vergehe zusammen mit allen anderen Deiner Art.“

Diese Stimme im Kopf löst bei den Menschen unterschiedlichste Handlungen aus.

Bernhard Giersche lässt uns in seinem Roman einige davon begleiten und schnell wird klar, dass er ganz besondere Protagonisten für sein Werk erschaffen hat.

Da sind zum Beispiel Brigitta, eine Blinde, die auf sich alleingestellt in dieser neuen Situation nicht weit kommen würde, oder Fred Linder, dem es gelingt, mir nichts dir nichts aus der Psychatrie herauszuspazieren, weil alle anderen aufgebrochen sind – natürlich auch um die Welt zu retten, auf ihre ganze eigene Art und Weise.

Es ist ein absoluter Ausnahmezustand und jeder gibt jemand anderem die Schuld, Gottes Zorn erweckt zu haben. Daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass bald alles „für uns Normale“ den Bach runter geht. Telefunk, Strom etc. ist alles nicht mehr verfügbar.

Viele drehen auch total durch, beginnen zu morden und Menschenopfer für ihren Gott darzubringen, die Straßen sind voll von Leichen und in diesen Tagen sehr gefährlich geworden.

Wie werden sich Fred und die anderen durch dieses Chaos schlagen? Geraten sie auch in Gefahr oder in die Fänge der, die auf ihre Kosten die Welt retten wollen?

Und was wird nach Gottes Ultimatum geschehen?

Lest selbst „Das letzte Sandkorn“!

Meiner Meinung nach ist Bernhard Giersche ein absoluter Geheimtipp und zieht den Weltuntergangstrend ganz neu auf, mit einer frischen und unverbrauchten Idee. Das Buch ist in leichtverständlicher, aber dennoch aufregender Sprache verfasst, die einen förmlich mitreißt. Man möchte wissen wie es weitergeht, besser gesagt auch wie unsere Welt immer mehr im Chaos versinkt und wie sich die Hauptfiguren durchschlagen.

Es sind wunderschöne Geschichten einzelner Personen, die in diesen Zeiten zusammenhalten und füreinander da sind.

Man kann sich nur für seine eigene Gesellschaft wünschen, dass es sowas im Falle einer solchen göttlichen Aufgabe auch vereinzelt geben würde.

Sehr interessant, mitreißend und absolut begeisternd.

Nebenbei möchte ich auch anmerken das der Autor privat ein netter Geselle ist. Es ist immer wieder schön, hautnah an Autoren sein zu können. Bernhard Giersche hat sich für uns auch privat Zeit genommen, und wie soll es anders sein, haben wir ihn direkt beim Schreiben ertappt! Wir sind schon sehr gespannt auf sein neues Werk und hoffen nicht zulange darauf warten zu müssen.

Wir haben viel gelacht, uns ausgetauscht und erfahren, dass es auch Autoren gibt, die sich wirklich mit ihren Lesern beschäftigen, und dafür möchte ich ein großes Lob aussprechen!

Fazit: Der Giersche ist neu, unverbraucht und absolut lesenswert!

Überzeugt euch einfach selbst!

Weitere Informationen auf: Schwesternrezension

Rezension von Lesefreiheit

Bloggerin „Lesefreiheit“ bewertete mein Buch mit 5 Sternen.
Vielen Dank dafür.

Kurzbeschreibung:

»Du hast zehn Tage Zeit, die Welt zu retten, bevor ich sie zertrete mit allem Gewürm darauf. Zehn Tage und Nächte gebe ich Dir, Dir alleine, um die Welt zu retten. Nutze sie oder vergehe zusammen mit allen anderen Deiner Art.«

Alle Menschen auf der Erde erhalten zur gleichen Sekunde die gleiche Botschaft. Jeder Mensch wird zum alleinig auserkorenen göttlichen Werkzeug.

Und sie handeln so, wie Menschen stets handeln.
Nur Wenige werden den zehnten Tag erleben.
Aber wird es einen elften Tag geben?

Mein Exemplar habe ich bei einer Aktion des Autoren auf Facebook gewonnen. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank dafür!

Meine Meinung:
Diesen speziellen Weltuntergang werde ich wohl nicht so schnell wieder vergessen. Spätestens beim nächsten Teekochen werden meine Gedanken unweigerlich wandern. Denn so fängt alles an. Mit der Zubereitung von Tee.

Der Ich-Erzähler, nennen wir ihn Mr. Teebeutel, (seine Name taucht erst viel später auf und ich möchte der Geschichte nicht vorgreifen) ist gerade mit seinem Tee beschäftigt, da wird er von Gottes (Allah, Jahwe, Mami Wata, Manitou – erspare ich mir im Nachfolgendem) „Durchsage“ unterbrochen: „Du hast zehn Tage Zeit, die Welt zu retten, bevor ich sie zertrete mit allem Gewürm darauf. Zehn Tage und Nächte gebe ich Dir …“

Tja, da spricht mal eben Gott zu dir, nein zu allen Menschen auf der Erde. So ist es, denn die Apokalypse hat bereits begonnen. Nichts mit Tee kochen, Fernseher geht auch nicht mehr. Prima. Und was nun? Jeder scheint die Lösung zu haben und zu wissen, wer das „Böse“ ist – und das Böse muss vernichtet werden. Sonst kann die Welt doch nicht gerettet werden, oder? Das Chaos ist vorprogrammiert. Nur Mr. Teebeutel ist unschlüssig, was er von der ganzen Sache und von Gottes Botschaft halten soll. Warum flippen nur alle aus? Wenn die Welt eh untergeht – wer soll schon was dagegen ausrichten? – dann kann man auch erst mal in Ruhe überlegen.

So begleiten wir ihn und eine Handvoll weiterer Personen im Laufe der Handlung auf ihren schicksalhaften Wegen zur Rettung der eigenen oder anderer Personen oder der Welt. Einige Wege werden sich kreuzen oder verbinden, andere werden vorzeitig enden … Eine Odyssee bis zum Weltuntergang beginnt. Fast alle Figuren habe ich in mein Herz geschlossen, wie menschlich oder unmenschlich sie auch agierten, reagierten. Besonders Tomate hat mein Herz erweicht. Mr. Teebeutel rettet Tomate oder ist es umgekehrt? Nur den Pfahlmann habe ich verabscheut. Na ja, mindestens einen Bösewicht braucht doch jede Story 😉 Am liebsten hätte ich ihn gerüttelt, geschüttelt, nee ausradiert – oh je, meine niederen Instinkte kommen zum Vorschein. So konnte ich wenigstens manch kopflose, völlig verwirrte Tat einigermaßen nachvollziehen.

Bis zum Schluss habe ich mit Mr. Teebeutel, Tomate (lest selber), Becki, die blind ist, aber nicht auf den Kopf gefallen, Fred, dem eigenwilligen, vermeintlich irren Glatzkopf und den anderen gekämpft, gelacht, geweint, geliebt und versucht zu überleben. Habe versucht zu begreifen, was um Gottes Willen nur vorgeht, dem Tag X entgegengefiebert. Was passiert nur nach dem zehnten Tag? Geht die Welt wirklich unter?

Der Autor bringt den Horror der Apokalypse sehr gut rüber. Überall Zerstörung, Brände, unpassierbare Straßen, kein Strom, kein Wasser. Die Menschen drehen durch und morden, was sich ihnen in den Weg stellt. Mord im Namen „ihres“ Glaubens. Man könnte fast meinen, Gott hat das so vorausgesehen, genauso gewollt. Die Menschheit löscht sich selber aus.

Neben den hervorragend gezeichneten Charakteren mit ihren Schwächen, neu gewonnenen Stärken, widerstreitenden Gefühlen, Abgründen und Einzelschicksalen, gibt es Einblendungen von anderen Orten in Deutschland und der übrigen Welt. Diese Zwischenspiele lassen den Leser das volle Ausmaß des Weltuntergangs hautnah miterleben. So schafft der Autor ein rundes Bild. Auch wenn ich mir dabei fast die Nägel abgekaut hätte, weil ich doch unbedingt wissen wollte, wie es mit Mr. Teebeutel und Co. weitergeht.

Weltuntergang an sich ist ja eigentlich was Ernstes, es kommen auch genug grausame Dinge vor, keine Bange, aber der Autor hat als Gegengewicht immer mal wieder eine Prise Humor, manchmal auch Galgenhumor, eingestreut. Diese trockene Art und sein lockerer Schreibstil haben mich richtig gut unterhalten. Da wird z. B. Fred, der eine Glatze hat, von Becki liebevoll Locke genannt. Ich habe übrigens auch so einen Bekannten, den wir Locke nennen. Da musste ich natürlich sehr schmunzeln.

Fazit:

Bernhard Giersche hat mit seinem Roman eine einzigartige, unterhaltsame Mischung aus Dystopie, Action und Horror mit philosophischen Zwischentönen hingelegt. Schon während des Lesens ratterten meine Gedanken, aber am Schluss noch viel mehr. Denn das Ende lässt genügend Raum für eigene Interpretationen. Dieses Buch gehört für mich zu den wenigen, welches ich unbedingt noch mal lesen will und werde. Vielen Dank lieber Autor für’s Schreiben, auch für den Ohrwurm von R.E.M.

„It’s the End of the World as We Know It (and I Feel Fine)” *summ* 😉

Handlung: 4,9
Figuren: 5,0
Sprache: 4,9
Struktur: 4,8
Gesamteindruck: 5,0

Meine Bewertung: 4,9 von 5 Sternen

Weitere Informationen auf: Lesefreiheit – Bücherblog

Rezension von Kriegerin

Kriegerin hat mich bei amazon mit 5-Sternen bewertet.
Vielen Dank dafür.

Der Inhalt:
»Du hast zehn Tage Zeit, die Welt zu retten, bevor ich sie zertrete mit allem Gewürm darauf. Zehn Tage und Nächte gebe ich Dir, Dir alleine, um die Welt zu retten. Nutze sie oder vergehe zusammen mit allen anderen Deiner Art.«

Alle Menschen auf der Erde erhalten zur gleichen Sekunde die gleiche Botschaft. Und jeder wird zum Retter der Welt. Augenblicklich brechen alle Gesellschaften auf dem Erdball zusammen, denn jeder Mensch wird zum alleinig auserkorenen göttlichen Werkzeug und jedes menschliche Individuum findet die Ursache von Gottes Zorn woanders.
Und sie handeln so, wie Menschen stets handeln.
Nur Wenige werden den zehnten Tag erleben.

Aber wird es einen elften Tag geben?

Das Cover:
Auf dem Cover, das größtenteils in Blau gehalten ist, sieht man lediglich das obere Viertel der Erdkugel und darauf stehend eine riesengroße Sanduhr in deren oberer Kammer sich kein Sand mehr befindet – GAME OVER würde ich mal sagen.

Zum Autor:
Geboren 1967 in Duisburg, handwerkliche Ausbildung, 12 Jahre Dienst bei der Bundeswehr, davon 6 Jahre Einsatz in Kriegs-,und Krisengebieten als Leiter der humanitären Hilfe in den Einsatzländern, 10 Jahre als Reiseleiter und Reisebusfahrer in Europa unterwegs Derzeit Umschulung/Aus-,und Weiterbildung staatl. gepr. Altenpfleger und Dozent für psychobiographisches Modell nach Prof. Erwin Böhm Familienstand: glücklich vergeben Kinder: 2 Töchter und 2 Söhne ( 8 – 21 Jahre alt )

Zum Buch:
Wir lernen mehrere Menschen kennen, wie sie nach dem Erhalt der göttlichen Botschaft handeln. Von einigen erfährt man sogar etwas über ihre Vergangenheit und ich muss bei allem Respekt sagen, dass mir Fred Linder und Brigitta einfach am liebsten waren. Der Irre und die Blinde – so rührend, wie sie sich beide umeinander kümmern.
Die Geschichte im Buch ist mal etwas ganz anderes und so wie die Geschichte vom Autor erzählt wurde, klingt das auch absolut plausibel und könnte durchaus genauso geschehen.

Meine Meinung:
Mit „Das letzte Sandkorn“ ist Bernhard Giersche ein apokalyptischer Endzeit-Thriller mit Tiefgang gelungen. Die Protagonisten sind sehr detailliert beschrieben, die Szenen wirken nicht überladen und der Autor hält sich nicht mit unwichtigen Nebensächlichkeiten auf. Kurzum: alles auf den Punkt gebracht ohne viel Schnickschnack und Blabla.

In der Geschichte werden aus ganz normalen Menschen wie Du und Ich von einer Sekunde auf die andere total irre, durchgeknallte Leute und Irre werden wie durch ein Wunder normal… – aber lest selbst!

Ein paar kleine Fehler sind zu bemängeln, so wird Adam auf S. 242 erst als Adam und kurz darauf als David benannt. Dies geschieht im Laufe des Buches noch an einer anderen Stelle. Auch sind einige Rechtschreibfehler zu bemängeln und sehr oft endet der Satz ohne Punkt und Komma mitten in der Zeile und geht erst nach einem Absatz wieder weiter. Das stört den Lesefluss etwas, aber das ist nichts, was sich nicht in der 2. Auflage beheben ließe.

Mein Fazit:
Wer ein Buch lesen möchte, dass einem förmlich an den Fingern klebt, dass einen auch nach dem Lesen noch beschäftigt und das viele Fragen (allgemeiner Natur, nicht zur Geschichte) aufwirft, ist mit „Das letzte Sandkorn“ bestens bedient. Auch für Nicht-Gläubige sehr zu empfehlen. Das Buch würde sich bestens für eine Buchdiskussion oder Leserunde eignen, da das Thema an sich sehr brisant ist und viel Handlungsspielraum zulässt.

Ich habe heuer schon sehr viele Bücher gelesen, es dürfte so um die 100 Stück gewesen sein, und dieses Buch landet defintiv unter den TOP 10.